M ü h l e n v e r e i n
Hiesfeld e.V. in Dinslaken

      D  a s   w a r  ( a u c h )   2 0 2 2   - der Newsblog 


01.01.2022

Windmühle Hiesfeld als Neujahrsgruß

Bild: Fotostudio B, Wesel

09.01.2022
Die Windmühle wird 200 Jahre alt - Beginn der Inforeihe mit Logo
Bild: Wilfried Jasper - Logo-Design: sunday @rt

Das letzte Mehl vor 100 Jahren

Nach dem letzten Sack Mehl schloss der Müller Hermann Sondermann 1922 Tor und Türen der Windmühle Hiesfeld für immer. Nicht ganz… denn 1942 kaufte sie Hermann Bergmann aus Telgte. Danach waren es insbesondere Hiesfelder Bürger, die den Zerfall der Windmühle aufhalten wollten. Als der Mühlenbetrieb eingestellt wurde, war das Hiesfelder Wahrzeichen genau 100 Jahre alt. In diesem Jahr wird also das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude 200. An dieser Stelle wird über das ganze Jahr die Geschichte und mit Anekdoten über das „Flügelwesen“ an der Sterkrader Straße berichtet.


16.01.2022
Gerhard Eickhoff

Gerhard Eickhoff

wehmütiger Blick von Kurt Altena vor dem Abriss des Bauernhofes
Kurt Altena (heute Ehrenvorsitzender des Mühlenvereins) spielte in seiner Jugend in dieser Gegend des Eickhofes an der Rouleerburg
Letztes Bild des Bauernhofes
Der Stammsitz der Eickhoffs im Herbst 2014. Im Januar 2015 wurde er zugunsten der Mülldeponie abgerissen.

 

Fotos: Dr. Ingo Tenberg

 
Die Geschichte der Windmühle (1)

Gerhard Eickhoff wurde am 20. März 1793 auf dem alten Stammhof der Eickhoffs in Barmingholten am Rouleer geboren. Die Freiheitskriege hatte er als Leutnant beim reitenden Landsturm mitgemacht. Nach glücklicher Heimkehr stand er vor der Frage: Was beginnen? Da er den elterlichen Stammhof nicht bekommen sollte, übergab ihm sein Vater 1821 eine Abfindung von 1095 clevischen Talern. Das war damals eine ganz erhebliche Summe, mit der sich schon etwas anfingen ließ. Und was er damit wollte, das hatte Eickhoff schon immer gewusst: Eine schöne große Windmühle sollte ihm Meister Heinrich Brahm aus Meiderich (heute Stadtteil von Duisburg) bauen.


23.01.2022

Der

Mühlen-Baumeister

Heinrich Brahm

Windmühle Hiesfeld mit Segeltuch
  1822 Hiesfeld (Dinslaken)
Die Tankstellen-Mühle von Holten Windmuehle in Hünxe, ohne Ruten
1838 Holten (Oberhausen) 1839 Hünxe
Die Geschichte der Windmühle (2)

Der Mühlenbauer Heinrich Brahm aus Meiderich (heute Stadtteil von Duisburg) war offensichtlich schon renommiert, als Gerhard Eickhoff ihn mit dem Bau der Hiesfelder Turmwindmühle beauftragte. Die Mühlenbauer waren seinerzeit Innen- und Außenarchitekten, so wie Bauunternehmer in einer Person. Zwei "Nachbarmühlen" von Brahm sind noch heute zu sehen. 1832 erhielt er die Bau-Genehmigung für die Mühle in Holten, die er jedoch für sich selbst als Müller von qualifizierten Arbeitern bauen ließ und erst 1838 in Betrieb nahm. Ab 1915 waren die Ruten nur noch Dekoration, da die Brahm'sche Mühle auf Dampfbetrieb umgestellt wurde. Im 20. Jh. kannten die Menschen den Ort nur noch als ARAL-Tankstelle mit der Windmühle. Die letzte Mühle von Heinrich Brahm dürfte wohl die in Hünxe gewesen sein. Erst 1927 rissen die Flügel durch einen Sturm, doch der Betrieb ging mit Dampfkraft und Elektrizität und einer Müllerin (in einem anderen Gebäude) bis 1964 weiter. Der alte Ziegelbau wurde Wohnimmobilie und war lange Zeit die "Mühle des Grauens", so scherzhaft von Bürgern benannt, da hier der Zahnarzt wohnte. Da durch seine Praxis das Ziegelgebäude erhalten blieb, nannte man sie aber auch freundlich die "Doktorsmöll".


30.01.2022
Flurkarte von 1822
eine typische Mühlenbaustelle als Modell Details an der Baustelle

Die Flurkarte von 1798 aktualisiert 1822 - und eine typische Mühlenbaustelle als Modell aus dem Mühlenmuseum

Die Geschichte der Windmühle (3)

1821 zeigte Eickhoff dem Mühlenbauer das erworbene Grundstück. Kein Haus, kein Baum konnte den Wind dort ablenken. Eine Flurkarte aus 1798 zeigt die Eigentümer  Winkamp und Doern(e)mann.  Dieser Platz gefiel auch dem Mühlenbauer, und er versprach, die Mühle im nächsten Jahr betriebsbereit zu haben. Mühlen dieser Bauart wurden innerhalb von 8 bis 24 Monaten gebaut. Meister Brahm erzählte ihm auch von seinen Lehr- und Wanderjahren am Niederrhein und durch Holland (westlichste Provinz der Niederlande), wo er die meisten Windmühlen gesehen hatte. Doch wurden sie nicht etwa dort erfunden. Solange gibt es sie schon, dass man nicht einmal ihr genaues Alter kennt. Sehr wahrscheinlich brachten tüchtige Kreuzfahrer Anfang des 12. Jahrhunderts den Windmühlenbau nach Mitteleuropa. Er verbreitete sich am schnellsten in Holland und Flandern. Dort im Tiefland haben ja die Bäche nicht genug Gefälle und die Flüsse zu wenig Strömung, um Wasserräder anzutreiben. Im leichten Hügelland und in der Stufenlandschaft des Kreises Dinslaken gibt es beides: Wind- und Wassermühlen.


06.02.2022
Eine Wiese voller Maulwurd-Löcher vor dem Museum
Ein Maulwurf im Mühlenverein?

Als der Mühlenverein beschloss, für einige Wochen (in der Winterzeit) das Mühlenmuseum wegen Corona, aber auch wegen Bauarbeiten zu schließen, war zunächst der Termin auf Ende Januar fixiert. Das sich so viele Maulwürfe in der Woche zuvor auf dem Gelände der alten Wassermühle breit machen, das hat der Mühlenverein jedoch noch nicht gesehen. In Deutschland sind generell (mit Ausnahmen) alle heimischen Arten der Säugetiere nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Im Februar ist übrigens Paarungszeit der Nager, die sich mit Bodeninsekten ernähren. Das "Haus Hiesfeld" im Hintergrund ist heute ein Restaurant. Vor 800 Jahren lebten dort Ritter (in einem dreigeschossigem Gebäude) und waren die Eigentümer der Wassermühle.


13.02.2022
Ein Blick auf die Königswelle
Die Geschichte der Windmühle (4)

Zwei Monate nach der Grundstücksbesichtigung erlebten die Hiesfelder staunend, wie ein klobiger Turm aus fast meterdickem, dunkelrotem Mauerwerk auf dem freien Feld neben der Straße nach Barmingholten Tag um Tag höher wuchs. Nach oben verjüngte er sich wie ein richtiger Kegelstumpf. Wagen mit 4 und 6 Pferden davor brachten gewaltiges Balkenwerk an. Jedes einzelne Stück nahm Meister Brahm in Augenschein, ob es auch fehlerfrei und abgelagert sei. Bei der dicken Königswelle wollten einige bemerkt haben, wie er über das runde Eichenholz gestrichen und dabei einen seltsamen Segen gemurmelt habe. Sicher hatte er es nur besonders sorgsam beklopft und geprüft. Die Königswelle heißt mit Recht auch "Mühlenkönig", denn sie regiert das ganze Mahlwerk. Die Kraft des Windes, viele Pferdestärken also, wird durch ihr Holz auf 2 oder 3 Mühlsteine übertragen. Dazu sind aber noch zwei Zahnräder nötig: der Bunkel am oberen Ende der Königswelle und das mächtige Kronrad unten. Dieses erhielt einen Durchmesser von 2,45 m und seine harten Buchenzähne waren 0,38 m lang. Noch größere Maße nahm der Baumeister für das starke Rad, das auf die Achse fest aufgekeilt wurde. Diese Achse war 6,50 m lang und drehte sich vorn und hinten auf den Katzensteinen.


20.02.2022
Ankündigung Wiedereröffnung
frisch tapeziert und neuer Monitor...
Der Mühlenverein war nicht im Winterschlaf. Durch den Umbau im Mühlenmuseum von Gasheizung auf Fernwärme sind Arbeiten für den Mühlenverein angefallen, die so nicht vorgesehen waren. Die Stadt hat alles bis zum Trockenbauer ausgeführt. Tapezieren und Streichen war und ist unsere Aufgabe. Es wurde ein neuer Monitor angeschafft, dieser soll dem Besucher durch Filme und Bilder einen tieferen Einblick in die Mühlenwelt und Technik ermöglichen. Die Mühlenmodelle wurden neu arrangiert (was schon vor einiger Zeit begonnen wurde).

27.02.2022

die Böschung ist fast fertigDer Terminplan für Öffnungen (zunächst bis zum Deutschen Mühlentag) liegt fest. Das Mühlenmuseum wird alle 14 Tage sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet sein. Wenn die Renovierungsarbeiten rechtzeitig fertig gestellt werden, dann wird die Windmühle von April bis September an jedem 1. Samstag im Monat für Besucher in der Zeit von 11 - 14 Uhr geöffnet sein.

Am Pfingstmontag ist nur die Windmühle geöffnet, denn dann beginnt die Geburtstagsfeier zum 200sten.

Jeweils gültige coronabedingte Vorschriften, bitten wir bei Besuchen zu beachten.

 

06.03.2022
Das Achsenrad oder auch Kammrad
Die Geschichte der Windmühle (5)

Dieses Bild zeigt das Kammrad und ein Stück der horizontalen Achse. Diese Achse ist 6,50 m lang und dreht sich vorn und hinten auf den Katzensteinen.

Ein merkwürdiger Name, aber doch treffend! Denn beim Reiben mit nassen Fingern soll man einen bestimmten, höchst unangenehmen Geruch wahrnehmen. Übrigens muss die Auflagestelle ständig mit Speckschwarten oder Öl gut geschmiert sein, sonst läuft sich der eiserne Achsenhals beim geschwinden Drehen der Flügel heiß. Katzensteine, Achse und Achsenrad sind hoch oben in der Kappe eingebaut. Damit sie sich leicht in den Wind bringen lässt, läuft sie auf eisernen Rollen. Die Lager, Rollkränze genannt, waren früher aus hartem Eichenholz gefertigt und sauber in vielen Einzelstücken rundum aneinander gelegt.

Für diesen Blick muss man auf die höchste Ebene, direkt unter das Kappendach.


13.03.2022
Hier sind die Kruehpfähle noch in der Wassermühle gelagert Mit der Leiter vor der Windmühle Der Kopf des Pfahles aus der Nähe Echte Arbeit für die Ehrenamts-Müller
 
Hiesfelder Windmühle aktuell: Krühpfähle

Diese Bilder zeigen das Einsetzen des ersten Krühpfahles in die neu geschaffene Böschung bzw. den Rundgang. In regelmäßigen Abständen, rund um die Mühle, werden Fixierpunkte für das Krühwerk geschaffen. Das Krühwerk sind die Holzbalken mit denen die Kappe gedreht und damit die Flügel "in den Wind gestellt werden". Der Mühlenverein hat diese Hilfs- und Sicherheitselemente angeschafft und beginnt nun mit der Installation. Gleich drei verschiedene Sandarten (Körnung) wurden verwendet, um Drainage und Stabilität zu testen. Das kleine Windspiel auf dem Dach ersetzt nicht die einstmals mächtige Windrose, die das Müllerleben erleichterte. Bis die Mühle wieder um die "eigene Achse" gedreht werden kann, sind aber noch Arbeitsschritte und Prüfungen notwendig.

- alle Bilder mit klick vergrößerbar -


20.03.2022
Logo Heimatverein Oberlohberg
NEU in "links"

Die Zusammenarbeit des Mühlenvereins mit anderen Hiesfelder Vereinen hat eine lange Tradition. Ohne das Engagement verschiedener Ehrenamtler wäre der "Mühlenverein" 1976 wohl gar nicht gegründet worden. Bei den Willkommensfeiern neuer Mühlenmodelle gab es fast immer auch einen Frühschoppen für die anderen Vereine (inklusive Feuerwehr und Bürgermeister). Nun bietet das Museum kaum noch Platz für neue Modelle... doch die gemeinsamen Treffen sollen, vor allem wenn die Rahmenbedingungen wieder stimmen, einen Platz im Terminkalender finden. Ein erster (digitaler) Schritt ist die Vernetzung der Web-Seiten. Wir starten mit dem Heimatverein Oberlohberg. Ein Klick auf das stimmige Logo des Vereins führt direkt zu dem Verein, bei dem auch die Trecker-Gemeinschaft ihre Heimat hat. Dabei verbindet die Landwirtschaft auch gleich die Kette "vom Korn zum Brot", bei der die Mühlen eine wichtige Aufgabe erfüllen.

PS: Ein kleiner Blick in die Geschichte. Bis zur Auflösung der größten Gemeinde in Preußen (nämlich Hiesfeld) mit der kommunalen Neuordnung in 1917 war der Name von Lohberg Unterhiesfeld. Das Wort Loh entspricht der Lohe, der Baumrinde von Eichen und Buchen, die von der Hiesfelder Wassermühle für die Dinslakener Gerberei gemahlen wurde. Das Korn wurde bis 1822 im wesentlichen in der Mühle Doernemann gemahlen.


27.03.2022
Windmühle 1928

Feier zum 175. Geburtstag

So viele Menschen waren bei der Eröffnung 1822 nicht dabei

Die Geschichte der Windmühle (6)

Einige Tage später, nachdem die Kappe der Windmühle mit Schindeln gedeckt war, ließ Meister Brahm bereits die fertig gezimmerten Flügel (er selbst nannte sie Ruten) einsetzen. Das war wohl das härteste und gefährlichste Stück Arbeit am ganzen Bau. Wehe, wenn die Taue rissen, an denen die schweren 12m langen Hölzer bis zum Wellkopf mit dem weißen Stern hochgezogen wurden! Der Mühlenbaumeister gönnte sich keine Pause, bis der letzte Flügel verbolzt war.

Darüber war es bereits dunkel geworden. Allein überprüfte er dann noch die Bewegung der Flügel und die Arbeit des Getriebes. In der Frühe des neuen Tages band er frische Birkenmaien an 2 Flügelenden und stellte das Rutenkreuz "in der Schere" (diagonal). Das sagte allen Leuten:

Freut euch, die Mühle ist fertig, das Werk ist gelungen!


03.04.2022
Der Antrieb des Sackaufzuges
Die Geschichte der Windmühle (7)

Fürs erste nahm Gerhard Eickhoff einen Müllerknecht an. lnsgeheim hatte er sich vorgenommen, diesen nach und nach so anzulernen, dass er in einigen Jahren zur Not allein müllern könnte. So sah man ihn denn in der nächsten Zeit häufig auf dem Mehlsöller und am Sackzug, damit bei großem Andrang die Mahlgäste flott bedient wurden. Alles schien nach Wunsch zu gehen. Aber es heißt ja im Lied: das Wandern ist des Müllers Lust. Und das galt leider auch für die Zunft der Windmüller: die waren unruhige Gesellen. Es wollte ihm trotz Verheißung höheren Lohns einfach nicht gelingen, einem zum Bleiben zu veranlassen. Einige Male geschah es auch, dass sie mit dem Mahlgeld auf und davon gingen. Dabei wurden die Geschäfte natürlich täglich schlechter, so dass ihm die schöne Mühle fast verleidet war.

Anmerkung zu diesem Text von Berthold Schön in der Fassung von Willi Dittgen:  Es gibt keine Aufschreibungen von den Müllerknechten in der Hiesfelder Windmühle. Gerhard Eickhoff war aufgewachsen auf einem Bauernhof, geschult als Soldat und nach heutiger Betrachtung eine Art Selfmademen. Gelernter Müller war er nicht. Durch die Jahrhunderte des Mühlenbanns waren die meisten Mühlen nur auf eine Produktgruppe ausgerichtet: Wer Korn mahlte, der hatte nicht die Möglichkeit auch Holz zu sägen... und wer Korn mahlte, der war nach getaner Arbeit arbeitslos. Die Haupt-Auslastung einer Kornmühle lag nach der Ernte und verteilte sich nicht über das Jahr. Das war der Hauptgrund für das "Wandern..." Bei der romantischen Betrachtung des Mühlenwesens wird oft nicht geschildert, dass es ein Knochenjob war. Die Gefahr des Rutenschlages, die steilen und mehlglatten Stiegen und Brandverletzungen durch Mahlsteine - es gab viele Ursachen für Verletzungen - viele Gründe, dass ein Knecht die Mühle verließ. Eines Tages im September 1833, als er wieder einmal verärgert und entmutigt in der Mühle wirtschaftete, riet ihm ein guter Nachbar: "Versuch es doch einmal mit einem Pächter. Hole dir den Wilhelm Beckmann aus Winnental. Der war früher in Spellen (heute Teil von Voerde) und galt dort als ehrlich und fleißig wie kein anderer."


10.04.2022
Neu vor der Windmühle: eine große Sitzbank ein weiterer Aufgang zur Böschung wird neu gebaut
NEU: zum Sitzen NEU: zum Aufsteigen
Neues von der Windmühle

Den ersten Öffnungstermin (Anfang April) konnte der Mühlenverein leider nicht einhalten. Die Neu- und Umbauarbeiten, rund um die Hiesfelder Windmühle, sind noch nicht abgeschlossen. Die zwei Bilder von der Baustelle zeigen aber schon mal Neuheiten: Demnächst gibt es eine Sitzinsel und einen weiteren Aufgang zur Mühle. Wird es am 1. Samstag im Mai soweit sein? Auf jeden Fall hofft der Mühlenverein auf den Pfingstmontag, denn dann beginnt der 200. Geburtstag der Mühle (11 - 16 Uhr). Bitte vormerken!


17.04.2022
frohe Ostern...

24.04.2022

Stopp für alle 200-Jahr-Aktivitäten

„Der Wurm ist drin.“

Am 27. Februar hatte der Vorstand des Mühlenvereins den Terminplan zur 200-Jahr-Feier der Windmühle vorgestellt. Alle waren voller Hoffnung, dass die Neugestaltung des Umfeldes bis Ende Mai abgeschlossen ist und Pfingstmontag das Fest starten kann (bis zu Terminen im September). Im Rahmen der vereinseigenen Sicherheitsprüfungen kam noch vor Ostern der Schock: ein tragender Balken des Mehlsöllers (Eingangsebene der Windmühle)  ist scheinbar vom Holzwurm befallen. Die Windmühle soll/darf, bis gesicherte Erkenntnisse über die Tragfähigkeit des Holzbodens vorliegen, nicht betreten werden (Anweisung der Stadt – als ‚Eigentümerin‘ und Aufsichtsbehörde des Denkmalschutzes). Über den Zeitplan von Reparaturen dieser Art, hat der Mühlenverein schon Erfahrungen sammeln müssen. Deshalb wurden alle Planungen für eine 200-Jahr-Feier zunächst eingestellt. Dennoch gibt es einen offenen „Deutschen Mühlentag“ am 6. Juni, jedoch an der Wassermühle und im Mühlenmuseum. Weitere Nachrichten folgen.

 
 

01.05.2022

ist es ein Holzwurm?

ein Balken

der Mehlsöller noch mit weisser Farbe auf den Ziegeln

von diesem Söller

...mehr vom Holz!

Für alle. die noch nie einen Blick auf den Mehlsöller werfen konnten, gibt es hier ein Bild aus den Tagen, als die Ziegel noch mit heller Farbe (möglicherweise Schlammfarbe) gestrichen bzw. versiegelt waren. Im Zuge der Sanierungen ist die Farbe entfernt worden. Das andere Bild zeigt aktuell einen Holzbalken, der den Boden des Söllers trägt.  (Bilder: Simons/Duscha)


08.05.2022

Einladungs-Plakat mit Wassermühlenmotiv

Ankündigung

In den letzten Wochen haben wir über das Problem in der Hiesfelder Windmühle berichtet. Der ursprüngliche Plan war, am Pfingstmontag den großen Geburtstag der 200 Jahr alten „Dame“ zu feiern. Leider mussten wir alle Vorbereitungen stoppen, denn derzeitig ist das Betreten der Mühle nicht erlaubt. Da aber seit 25 Jahren immer am Pfingstmontag der „Deutsche Mühlentag“ stattfindet, öffnen wir die Türen von Wassermühle und Mühlenmuseum und freuen uns auf viele Besucher in der Zeit von 11 bis 16 Uhr.

 
 

15.05.2022
30 aus dem Kindergarten und viele BetreuerBesuch eines Kindergartens

Circa 30 Kinder besuchten an einem Freitag das Mühlenmuseum unter dem Motto: Vom Korn zum Brot. Die Kinder wurden in zwei Gruppen geteilt. Dazu steht auf dem Zettel der Ehrenamtlichen vom Mühlenverein:  „Wir werden mit den Kindern Mehl herstellen. Die Teigherstellung erfolgt im Hintergrund. Die Kinder können den fertigen Teig kneten. Vielleicht machen wir keinen Brotteig, sondern z.B. einen Hefezopf. Hier ist die Backzeit um einiges kürzer. Backen im Holzbackofen. Eine der beiden Gruppen wird sich um den Rotbach vergnügen.“ Natürlich durfte auch der obligatorische Rundgang durch das Mühlenmuseum mit den vielen Modellen nicht fehlen. Leider kann der Mühlenverein solche Aktionen an Wochentagen nur begrenzt anbieten, denn nach fünf Besuchergruppen ist schon eine Woche Erholungsurlaub verbraucht. Als es noch den Bergbau in Dinslaken und Umgebung gab, da gab es „Jung-Rentner“, die sich an Wochentagen auch für Führungen von Schulklassen zur Verfügung stellten.


22.05.2022
""... die Treppe des Anstosses"die Treppe des Anstoßes..."

Vor Ostern wurde hier über die neuen Elemente an der Außenseite der Windmühle berichtet. Dazu gehörte auch ein weiterer Treppenaufgang, der -noch ohne Geländer- jetzt zu sehen ist. Das Design ist im niederrheinischen Klinkerformat gehalten und damit gleich wie im Stadtkern von Dinslaken. Mehrere besorgte Facebook-Kommentare bemängelten die fehlende Barriere-Freiheit. Dazu unser Sachverständiger für Behindertenfragen im Mühlenverein:

„Mehr als ein Viertel unserer Gesellschaft ist im höherem Rentenalter und/oder auf irgendeine Weise geh- und stehbehindert.  Für jeden dieser Menschen sind Treppen ein Graus. Ein barrierefreier „Aufgang“ zur Böschung der Windmühle wäre jedoch eine „Verars…“ gewesen, denn das Innenleben der Mühle ist nicht barrierefrei. Der Zugang im Mehlsöller wäre zwar noch möglich, doch der Rest der Stufen erinnert mehr an Schiffstreppen, als an bequeme „Aufgänge“.  Ja, im Mühlenmuseum Zanse Schaans (nördlich Amsterdam) gibt es eine Mühle mit Aufzug für Rollstuhlfahrer, doch bis vor kurzem waren Umbauten von denkmalgeschützten Bauwerken in NRW kaum denkbar.  Noch kurz vor der Landtagswahl in NRW hat die schwarz-gelbe Regierung das 40 Jahre alte Denkmalschutzgesetz, nach Ansicht vieler Experten und Organisationen, „verschlimmbessert“. Mit dem neuen Gesetz „könnte“ in die Windmühle ein Aufzug eingebaut werden… Das wäre dann aber für mich (geh- und stehbehindert) nicht mehr meine Mühle!“ Viel bequemer ist der Rundgang bis unter das Dach im virtuellem Rundgang, weil der Mühlenverein auch an die Menschen denkt, die…

https://wolowo.de/site/tour-preview/K8zfv2Dxew


29.05.2022
das neue BackmobilDIN-MH-25

ist das Nummernschild des neuen kleinen Fahrzeugs mit den vier Rädern, dem kleinen Dach und in den Vereinsfarben des Mühlenvereins. Es ist… ein Backmobil. Mit einer großen finanziellen Unterstützung durch die Bürgerstiftung Sparkasse (schon beschlossen in 2021) wurde die Anschaffung für den Verein möglich. Mit einer zweitägigen Reise in das Allgäu wurde der mobile Holzbackofen direkt beim Hersteller abgeholt.  Seinen ersten großen Auftritt sollte er zur 200-Jahr-Feier an der Windmühle haben. Doch „da ist ja im Moment der Wurm drin“. Neben der Mobilität bietet das Fahrzeug eine viel größere Back-Kapazität als der vorhandene Holzbackofen am Mühlenmuseum. Mit den Investitionen in die „Tiroler Mühle“ und einer Teigknetmaschine ist (bis auf ein eigenes Kornfeld) der Weg „vom Korn zum Brot“ nicht mehr reine Theorie, sondern praktisch vorführ bar. Der Vorstand dazu:“ Nein, wir machen den Bäckereien keine Konkurrenz, weil wir Backwaren nicht gegen Entgelt und vor allem nicht täglich herstellen werden.“ Am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) wird man/frau sich aber wahrscheinlich „eine Scheibe abschneiden können“.

Foto: Kurt Simons


05.06.2022
Einladung

Mühlentag

Vom Start ab 11:00 Uhr sind Wassermühle und Mühlenmuseum geöffnet. Im alten ‚Vorstandszimmer‘ gibt es jede Stunde eine Vorführung der auch neuen Getreidemühle. Kinder können das mahlen von Mehl an Handgetreidemühlen ausprobieren. Die Originalmühle im alten Fachwerkhaus ist leider nicht mehr betriebsfähig, da dem Rotbach die Fließgeschwindigkeit fehlt. Sobald genügend Mehl zu Teig geknetet ist, erfolgt die Vorstellung des neuen Backmobils, das ursprünglich zum 200. Geburtstag der Windmühle zum Einsatz kommen sollte. Schon ab Beginn der Veranstaltung bietet die Cafeteria im Mühlenhof Kuchen an, jedoch nur solang der Vorrat reicht. Von 12:00 bis 15:00 Uhr zeigen die Schlepperfreunde ihre Oldtimer - Traktoren. Diese ‚Trekker-Show‘ war bereits 2009 beim 20jährigen Jubiläum des Museums ein Spaß für Kinder, aber auch deren Väter. Voraussetzung ist allerdings Cabrio-Wetter. Diese Aktion wird unterstützt vom Heimatverein Oberlohberg. In der Zeit von 12 bis 14 Uhr stehen Grill-Würstchen auf dem Programm. In der gesamten Zeit bis 16 Uhr kann das Mühlenmuseum besichtigt werden. Kurt Simons, der Vorsitzende des Mühlenvereins dazu: „…ob wir auch Führungen anbieten, können wir erst vor Ort entscheiden. Nach zwei Jahren Zwangspause für den Mühlentag könnte das Interesse größer sein, als die Zahl der Ehrenamtlichen, die im Einsatz sein werden. Eintrittsgeld nehmen wir nicht, aber eine kleine Spende wird immer gern gesehen.“


12.06.2022
die Schlepper-Freunde aus Oberlohberg

Sonsor-Bild: Der  Mühlenverein und Marc Kriesten

Die Schlepper, Trekker oder auch Traktoren…

waren ein Teil des Angebotes am Deutschen Mühlentag, der mit den Erntefahrzeugen bis zum frisch gebackenen Brot im alten und neuen Holzbackofen den Weg „vom Korn zum Brot“ anschaulich und anfassbar zeigte. Das Wetter spielte mit und auch ein kleines Gruppenfoto war möglich. Neben der Bürgerstiftung der Sparkasse (NISPA) half Marc Kriesten von der Glückauf Apotheke mit einer großzügigen Spende bei der Anschaffung des mobilen Holzbackofens, der am Pfingstmontag fachkundig von Reinhard Claves mit Backwaren in Betrieb genommen wurde.

 

Bild links: Kurt Simons, Reinhard Claves, Marc Kriesten (Glückauf Apotheke), Klaus Graumann


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