M ü h l e n v e r e i n
Hiesfeld e.V. in Dinslaken

Logo MuseumHerzlich Willkommen auf den offiziellen Seiten des Mühlenvereins. Unsere Aufgabe ist die Pflege und der Erhalt der Hiesfelder Mühlen. Mit Klick auf das Bild direkt zum Museum und den mehr als 60 Mühlen

 

Mühlen-Herbst

Wassermühle

Bild vergrößern Wasser / Wind

 
Öffnungszeiten:

Mühlenmuseum / Wassermühle
Sonntags, 10.00 - 12.30 Uhr

Windmühle Mai bis September
1. Samstag, 11.00 - 13.00 Uhr

In beiden Mühlen: EINTRITT FREI

Führung nach telefonischer Vereinbarung: 02064-94188

1. Vorsitzender: Kurt Altena

 
Post an den Geschäftsführer: duscha@t-online.de

   alternative 
web-adresse:
www.muehlenverein.net

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09.12.2018

"Riesenbock"Ein Vorstandsmitglied, vier Windmühlenflügel auf dem Weg von der Wassermühle zum Mühlenmuseum...

Eine Geschichte beginnt.

(Bild © Kurt Simons / Mühlenverein)

01./02.12.2018
Advent am See

Leider Regen, darf man das nach diesem Sommer sagen? Rotbach fast ausgetrocknet. Hier ein paar Archivbilder (mit Schnee).


25.11.2018

Bleckmann 1940

Der Betriebshof der Gerberei "Bleckmann" am (damaligen) westlichen Stadtrand von Dinslaken am Rotbach. Foto aus 1940

Von Lohberger und Lohgerber (2)

Da für die Gerberei generell große Mengen an Wasser benötigt wurden, lagen Gerbereien meist an einem Fluss (in Dinslaken am Rotbach) oder Kanal, denn nicht nur bei der Vorbereitung zur Gerbung, sondern auch nach der Entnahme aus der Gerblohe mussten die Häute für viele Stunden gespült und gewässert werden. Durch das anschließende Trocknen der gespannten Häute an der Luft vollendete sich der chemische Gerbvorgang. Als letzte Arbeitsgänge erfolgten das Walzen, Glätten, gegebenenfalls das Spalten (Spaltleder), sowie das Wachsen und Beschneiden des Leders.

Musste die Rinde anfangs noch von Hand zerkleinert werden, erfolgte dies mit dem Aufkommen der Nutzung der Wasserkraft ab dem 12. Jahrhundert in einer meist über ein Wasserrad angetriebenen Mühle, der sogenannten Lohmühle, die in der Regel zur Lohgerberei gehörte. In Dinslaken hatten die Hiesfelder Wassermühle (auch Pau-Mühle, nach einem der Besitzer und Loosmühle nach der Lohe genannt) als auch die Hiesfelder Windmühle neben Korn, auch die Lohe im Mahlprogramm.

Am 1. Oktober 1833 übernahm der Müllermeister Johann Wilhelm Beckmann die Windmühle in Hiesfeld. Gerhard Eickhoff, der Erbauer, sollte die Wahl nicht bereuen. Bald nach Weihnachten ließ Beckmann bekanntmachen, dass er von nun an in der Mühle Aufträge zum Mahlen von Eichenlohe annehmen würde. Bei ihm sollte es nicht vorkommen, dass die Mühlsteine wochenlang stillagen, wenn der Hauptansturm zum Kornmahlen nach der Ernte vorüber war. Gleichzeitig schloß er mit dem Gerbereibesitzer Bleckmann in Dinslaken einen Vertrag, seinen gesamten Bedarf verbilligt zu mahlen.

Dieses Abkommen sicherte dem Pächter einen vorteilhaften Dauerauftrag gerade für Zeiten, in denen wenig Korn geliefert wurde. Ein weiterer Vorteil: die Lohmüllerei brachte ständig Bargeld, während beim Korn oft bloß 1/20 "Mulster" (Bezahlung durch Zurückhalten von Getreide oder Mehl) abfielen. Bald folgten auch andere kleine Gerber, Händler und Handwerker (Schuster) dem Beispiel Bleckmanns: so Liefmann, Schuster Möllenbruck, Flügel, Berns, Ensing, Bremer, Hüsken, Winkelmann, Gerber Moses. Zu seinen Mahlgästen mit kleineren Aufträgen zählten auch Schuster Ahls in Dinslaken, Schuster Strengmann, Reiners in Hünxe, G. Sarres aus Voerde, Lantermann, Winkelmann.

Aus Wilhelm Beckmanns Mahlbüchern (Achtung: Beckmann der Müller / Bleckmann der Gerber)

An Lohe gemahlen
  für Bleckmann für die anderen
1834 323 Säcke 240 Säcke
1835 503 Säcke 245 Säcke
1836 457 Säcke 293 Säcke
1837 458 Säcke 246 Säcke

 
 Eine Doppelseite aus dem Mahlbuch)
 

Diese Zahlen erhält man, wenn man die Monatsspalten in des Pächters Lohmahlbuch zusammenzählt. Das bedeutet, dass im Durchschnitt pro Arbeitstag etwa 3 Zentner Lohe gemahlen wurden. Einmal zählte der Müller zusammen, wieviel er für Bleckmann und wieviel er für die anderen gemahlen hatte. Die Berechnung lautet: von Oktober 1843 bis August 1846 für Bleckmann 109447 Pfund, für die anderen 85308 Pfund gemahlen.

Bleckmann hatte die größte Lohgerberei in Dinslaken.

Aufgrund der extrem starken Geruchsbelästigung wurden die Lohgerber wie auch die anderen Gerber durch die im Mittelalter entstehenden Stadtordnungen vielerorts dazu verpflichtet, sich am Stadtrand oder in Vorstädten anzusiedeln, und zwar an den Abläufen der Flüsse, da die beim Waschen der Leder ausgeschwemmten mineralischen Stoffe wie Alaun, Arsenik, Kalk und Salz sowie Fleisch- und Haarreste zu einer enormen Verunreinigung der Gewässer führte.

Wie alle Gerber so waren auch die Lohgerber hohen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt: „Natürlich wusste Madame Gaillard, dass Grenouille in Grimals Gerberwerkstatt nach menschlichem Ermessen keine Überlebenschance besaß“  – so die Schilderung in Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“, in welchem er anschaulich die schwere und gesundheitsschädigende Arbeit der Gerber im Paris des 18. Jahrhunderts darstellt. Nässe und kaltes Wasser führten zu chronischen rheumatischen Leiden, der zum Äschen eingesetzte Kalk verätzte die Hände und der Umgang mit den rohen Häuten führte nicht selten zu tödlich endenden Milzbrandinfektionen.

Mit aufkommender Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde der langwierige Prozess der Grubengerbung durch die Schnell- oder Fassgerbung mit Lohbrühe, später der Chromgerbung in Bottichen abgelöst: der zünftige Berufsstand des Lohgerbers wurde vom industriellen Lederarbeiter abgelöst.

Straßennamen in den alten Innenstädten weisen bis heute auf Standorte der Lohgerbereien hin. In Dinslaken sind mit Lohberg und Oberlohberg gleich zwei Stadtteile mit der Lohe verbunden. Lohberg war bis 1918 Teil der größten Preussen-Gemeinde Hiesfeld und hieß Unter-Hiesfeld. Nach alten Karten war der Hiesfelder Norden ein waldreiches Gebiet. Erst Ende des 19.Jh. wurde der Namensbegriff Loh"berg" mit dem Bergbau verknüpft. Die Eichenrinde geriet in Vergessenheit.

Als Technisches Schaudenkmal gilt die Lohgerberei Weida

Weida entwickelte sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Schwerpunkt der Lederherstellung im mitteldeutschen Raum. Das Museum ist die ehemalige Gerberei Francke, die von 1844 bis 1990 arbeitete. Nach Einstellung der Produktion wurde der Betrieb zu einem technischen Schaudenkmal mit voll funktionstüchtigen Maschinen, wie Rindenbrecher, Lohmühle, Entfleischmaschine, Lederwalze, Ausstoßmaschine, Walzenpresse, Pumpen, Gerbgruben und drehbaren Holzfässern sowie einer kleinen Dampfmaschine von 1855 mit 12 PS Leistung umgestaltet. Im angrenzenden ehemaligen Wohnhaus befinden sich Ausstellungsräume zur Geschichte des Handwerks.

 
   

18.11.2018

Wiener Gewerbewappen der Rotgerber

Von Lohberger und Lohgerber (1)

Die Berufsbezeichnung Lohgerber bzw. Rotgerber leitet sich ab vom heute weitestgehend untergegangenen Handwerk der Lohgerberei, einer spezialisierten Form der Gerberei, die Rinderhäute zu strapazierfähigen, kräftigen Ledern verarbeitete, beispielsweise für Schuhsohlen, Stiefel, Sättel oder Ranzen. Lohgares Leder ist kaum elastisch, dafür gewinnt es beim Gerben auf Kosten der Fläche an Dicke und wird sehr widerstandsfähig gegen Wasser und schwache Säuren.

Da mit Eichenlohe gegerbtes Leder rot bis braun ist, bezeichnete man die Lohgerber oft auch als Rotgerber. Es gibt zahlreiche regional verschiedene Bezeichnungen für den Beruf des Lohgerbers: Lauer, Löber, Loher, Löher, Lorer, Löhrer (ndrhein.), Löhr (norddeutsch) – als Berufsbezeichnungen sind sie längst in Vergessenheit geraten, haben jedoch bis heute als Familiennamen überdauert.

Nachdem der Loh- oder Rotgerber die Fleischreste und Fette auf dem Schabebaum vom Balg entfernt hatte, erfolgte das sogenannte Äschern mit Kalk in der Äschergrube, wodurch sich die Haare vom Balg lösen und in einem zweiten Schabegang entfernt werden konnten. Anschließend wurden die sogenannten grünen (unreifen) Häute samt einer Lohe aus Eichen- oder Fichtenrinde und Galläpfeln (auch Knoppen genannt) zur Gerbung in eine Lohgrube verbracht. Die klassische Gerbung in Lohgruben konnte zwischen einem halben und drei Jahren dauern, je nach Ausgangsmaterial und gewünschter Qualität, wobei die Häute alle zwei bis vier Monate umgeschichtet werden mussten. Insofern musste ein Lohgerber für eine kontinuierliche Arbeit möglichst viele Gruben haben.

Als Gerberlohe bezeichnet man die vom Baum getrennte, zerschnittene und fein gemahlene Rinde – meistens Eichenrinde, seltener auch Fichten- oder Tannenrinde – in der sich der Gerbstoff Tannin befindet. Dabei werden für einen Zentner Leder vier bis fünf Zentner Lohe benötigt, für kräftiges Sohlenleder (auch Pfundleder genannt) sogar acht Zentner. Insofern war für das Handwerk der Lohgerberei auch ein reicher Holzbestand vonnöten. Beliefert wurden die Lohgerber von dem Berufsstand der Löher, die meist im Mai, wenn der Saft in die Bäume steigt, die Rinden in oft speziell angelegten Eichenschälwäldern, auch Lohwald oder Lohhecke genannt, schälten, bevor diese gefällt wurden. Die beste Lohe soll aus der Rinde von achtzehn Jahre alten Eichen gewonnen werden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde die einheimische Eichenlohe zunehmend durch aus Übersee importierte Gerblohen wie Quebrachoholz ersetzt.

Was hat das mit unseren Mühlen zu tun? Nächsten Sonntag mehr dazu.

 
   

11.11.2018

Advent am See

Aus gut unterrichteten Kreisen hört man, es ist bald Weihnachten und zuvor die Adventszeit. Dann wird der Mühlenverein am 1. Advent (Sa/So 10-18*) das Museum und den Mühlenhof öffnen (Wassermühle natürlich auch). Der Weihnachtsmarkt öffnet schon am Freitag

 

 
(Bild © Renate Duscha / Mühlenverein)   * Zeit kann variieren  

04.11.2018

zur alten MühleEine (ehemalige) Wassermühle, 5000 m Luftlinie von der Hiesfelder Wassermühle entfernt und liegt nicht am Rotbach...!

RICHTIG!

Einige wenige User haben sich gemeldet und die richtige Antwort gewußt: Es ist die "alte Mühle" in Hünxe-Bruckhausen, unweit von Lohberg entfernt. Das Mühlrad ist entfernt, der Wasserfall vom Mühlenbach jedoch erhalten. Leider liegt der Web-Redaktion kein weiteres Material zur Geschichte dieser Mühle vor. Wer kann helfen?

 
(Bild © Renate Duscha / Mühlenverein)  

28.10.2018
zur alten Mühle 1 zur alten Mühle 2
zur alten Mühle 3 zur alten Mühle 4

Eine (ehemalige) Wassermühle, 5000 m Luftlinie von der Hiesfelder Wassermühle entfernt und liegt nicht am Rotbach...! Wo ist sie?

(Bilder © Renate Duscha / Mühlenverein)

 

 

21.10.2018
Museen in Voswinckelshof       Voswinckelshof
Dinslaken Logo DIzeum

     Ledigenheim Lohberg

und natürlich das Mühlenmuseum. Fast jedes Wochenende vermelden wir auf dieser Seite Neuigkeiten oder Wissenswertes. Manchmal müssen aber auch andere Seiten aktualisiert bzw. ergänzt werden. In dieser Woche haben wir die LINKS überarbeitet und die beiden anderen Museen Dinslakens aufgenommen.

Öffnungszeiten:

Mühlenmuseum / Wassermühle: sonntags, 10.00 bis 12.30 Uhr

 DIZeum (Ledigenheim Lohberg)
sonntags von 14 bis 17 Uhr (außer in den Ferien und an Feiertagen)

 

Voswinckelshof (Stadthistorisches Zentrum)

dienstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr (außer an Feiertagen)

 

An einem verregnetem Herbsttag - drei Museen an einem Sonntag möglich

 

- Paul - ihr Webmaster -
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