Mühlenverein Hiesfeld
Feiertage - Veranstaltungen - Events
MÜHLENVEREIN

Bücher
unsere Zeitung
Feiertage
Besucher
Geschichte
 
alte "News"
 
Mitglied werden
 
Vorstand

30 Jahre Mühlenverein

6. Kreisheimattag

Flachs und Flaum
Mühlenfest / Bei historischem Handwerk, geschorenen Schafen, altem Liedgut und frischem Brot erlebten die Besucher des Kreisheimattages lebendiges Brauchtum am Rande des Rotbachsess.

Bettina Schack

DINSLAKEN. Kaum stimmte der Männergesangsverein "Liederkranz Barmingholten" gestern morgen die ersten Takte zur Eröffnung des 6. Kreisheimattages an, zeigte der Himmel über Hiesfeld ein Stückchen strahlendes Blau. Kurt Altena und der Mühlenverein seien schließlich seit 30 Jahren für eine perfekte Organisation bekannt, erklärte Landrat Dr. Ansgar Müller. Dabei schwankten die vielen ehrenamtlichen Helfer am Vormittag zwischen Hoffen und Bangen wie die Bäume im Sturm. An die Absage des doppelten Festtages dachte wohl so mancher zwischen den fliegenden Zelten und dem überschwemmten Rollschuhplatz. Jedoch, keiner sprach es aus.

Das Wetter hielt, die Eröffnung von Mühlenfest und Kreisheimattag war in trockenen Tüchern. Wie diese entstehen, ließen sich (v.l.) Mike Groschek, Dr. Michael Heidinger, Renate Seidel, Dr. Ansgar Müller, Heinz Wansing, Kurt Altena und Sabine Weiss am Webstuhl zeigen.


Außen die reißfesten, elastischen Fasern. Vom Holz befreit werden sie weich wie Haar. Flachsblond, die Farbnuancen variieren je nach Wässerung. Aus den Strähnen wird ein Faden gesponnen, dieser zum Leinenstoff gewebt. Über 100 Jahre ist der funktionstüchtige Webstuhl am Stand alt. Wertvolles Leinen, Spanholz, es bleiben noch die Samenkapseln des Flachs. Aus dem Leinsam presst man Öl (-> Mühlenmuseum). Oder sät ihn wieder aus. Für neue Küchentücher.
       Nebenan dreht sich die kleine Anna-Lena ein buntes Springseil in der Seilerei, draußen auf dem Parkplatz klettern Jungen auf historischen Traktoren herum oder erkunden das Feuerwehrauto. Skeptische Blicke ernten die Feuerwehrmänner vom Vierjährigen, der viel essen solle, damit er in den Anzug passe. Spinat für Blaulicht, das muss überdacht werden. In der Cafeteria des Museums duftet es nach selbst gebackenem Brot und frischen Waffeln, von der Bühne weht eine steife Brise herüber.

Denn das Wetter musste mitspielen, das Mühlendorf hätte zu viel verpasst. Heimatvereine und Handwerker folgten Kurt Altenas Ruf, ließen Tradition und alles Können rund um die Wassermühle lebendig werden. Die Kinder hielten staunend Leinsam und Schafswolle in ihren Händen, die Erwachsenen ließen sich die alten Techniken erklären. Ein Weilberger sitzt in seiner Scherenschleiferei wie in einer Lokomotive, daneben presst John Gerard aus Rheinbach-Hilberath geschöpftes Papier. "Reine Baumwolle", die Kinder stauen. Lutz Isselhorst schmiedet mit "Eisener Hand".
       Blassrosa schimmert die Haut des Schafes, das
auf einem Flokatiteppich im Gras liegt. Nun, dieser wollige Flausch gehörte noch vor wenigen Minuten zum Tier, dann kam der Elektrorasierer. Die ganze Herde wird im Stunden-takt geschoren. Kinder beobachten den sommerlichen

Der Shanty-Chor feiert den Geburtstag seines Vorsitzenden. Und auch hier hat der Mühlenverein einen Modellbezug im Museum: eine Schiffsmühle von Weser und Rhein, aber auch die vielen holländischen Mühlen des Seefahrerlandes.
       Ein gelungenes Familienfest voller lebendige
Vergangenheit, liebevollen Details und viel Atmosphäre. Es wäre schön, wenn diese Form der Brauchtumspflege rund um die Wassermühle selbst Tradition werden könnte.

 21. Mai 2006

Frisörbesuch, den die Schafe fast ohne zu zucken über sich ergehen lassen. Dann spielen sie mit den Wollflocken, die wie flaumige Pollen über das Gras wehen. Soviel Natur gibt es selten für die Kleinen zu sehen.
       Naturstoffe auch am Stand des Heimatvereins
Wegberg-Beeck. Volker Weyers demonstriert die vielen Arbeitsgänge, die eine Pflanze zum Küchentuch werden lassen. Im Mittelalter blühten Flachsanbau und Leinenproduktion am Niederrhein, seit 25 Jahren lassen die Wegberger die alte Tradition wieder aufleben. Weyers reißt den Flachs büschelweise aus seinem Feld. Dann wird er luftdicht gewässert. Die Pflanze gleicht der berühmten "Wollmichsau". Innen aus Holz, das in Flachsbreche und Flachsschwinge zu Span zerkleinert wird.

Fotos und Berichte aus den Lokalredaktionen von

NRZ Rheinische Post stadt-panorama

 Vorberichte: oldNews 2006

Traktoren aus Opas Zeiten

Modelle im Mühlenmuseum

beim Schmied sprühen die Funken "einmal mit der Feuerwehr spielen"
Landfrauen mit Rezeptbüchern
das modische Schaf zeigt Sommerhaut
Flachsschwinge

 Programmablauf

nach oben