Mühlenverein Hiesfeld
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technischer Hinweis: alle Bilder sind „klickbar" - also Vergrößerung - gilt für fast alle Seiten des Mühlenvereins

Die Windmühle unter schwarzen Segeln

von SARAH DICKMANN
DINSLAKEN-HIESFELD- Der Wind gab sein Bestes. Kräftig fegte er über Hiesfeld hinweg und blähte die Segel an den Flügeln der Windmühle. Schneller und schneller drehte sich das Kreuz aus vier mächtigen Flügeln am "Tag des offenen Denkmals", und wer vorüberging, konnte nicht anders als anhalten, hoch schauen und staunen.
       "Beeindruckend", "einmalig", "ein erhabenes Gefühl", drückten
die Besucher ihre Bewunderung aus. Aus allen Richtungen strömten sie in Richtung Windmühle, ein Parkplatz in unmittelbarer Nähe war undenkbar. Nur schubweise durften sie in das Innere der Mühle, doch das Warten machte niemanden etwas aus. "Ich weiß nicht, wie viel Hunderte heute schon an mir vorbei gegangen sind", berichtete Helmut Scholer vom Mühlenverein, der die Aufgabe des Einlassers übernommen hat.
       Im Innern der Mühle rumpelte und knarrte es, feiner Staub lag
in der Luft. Über den Köpfen der Besucher taten die Mühlsteine ihre Arbeit. "Der Wind ist klasse", freute sich Ludger Pauls, den der Mühlenverein als Fachmann engagiert hatte. Der Niederländer ist von Beruf Müller, bis zum Nachmittag hatte er schon vier große Säcke mit Mehl gefüllt. Grob und bräunlich, ein bisschen wie Sägemehl sah es aus. "Essen sollten die Leute es nicht, immerhin hat die Anlage über 80 Jahre stillgestanden", riet er. Aber zum Andenken ein bisschen Mehl mitnehmen, das erlaubte er gern. Gegen Mittag war auf der Wiese hinter der Windmühle kaum noch Platz. Unzählige Menschen drängten sich zwischen den Buden und Ständen. Sie genossen

Prominenz vor Mühle

  12. September 2004  

hier gibt es Leckeres

       Ulrich Schneidewind, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, lobte Engagment, Kreativität und Privatinitiative des Mühlenvereins. Auch die Sparkassenstiftung habe gern geholfen, "dass die Windmühle für Generationen nach uns erhalten bleibt". Er wünschte viel Wind und Erfolg.
       SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Heidinger ("ein Wahrzeichen
hat Aufwertung erfahren") und SPD-Landratskandidat Ansgar Müller ("Kurt Altena ist der wahre Müller hier") sprachen Grußworte aus, ebenso die Hiesfelder Landfrauen. Und während der MGV Liederkranz Barmingholten die Feierlichkeiten umrahmte, bildeten sich erste kleine Schlangen auf dem Treppenzustieg zum Mühlenturm.

kulinarische Köstlichkeiten, bestaunten handgefertigte Waren wiegestickte Kissen, bemalte Dosen und Tiffany-Fensterbilder, sahen einen Schmied und einem Holzschuhmacher bei der Arbeit zu, lauschten Livemusik, lachten und plauderten. "Sie alle freuen sich mit uns", sagte Kurt Altena. Dies sei das Schönste für ihn, erklärte der Vorsitzende des Mühlenvereins. "So viele Menschen haben sich gewünscht, dass sich die Mühle endlich wieder dreht, und nun haben wir es geschafft."

"Ein historisches Datum für Dinslaken. Der Mühlenverein kann zu Recht stolz auf seine Arbeit sein. Diese Windmühle drückt Dorf und Stadt einen neuen Stempel auf", lobte Schirmherrin und Bürgermeisterin

Innen-Ansicht Mehlsöller

HandwerkerSabine Weiss. "In Hiesfeld kann man ein Stück Mühlengeschichte erleben." Die Windmühle habe es gegenüber der Wassermühle immer schwer gehabt, erinnerte sie launig an vergangene Höhen und Tiefen, die häufigen Pächterwechsel, Zerstörung und Wiederaufbau, die Aktivitäten nach dem Krieg zur Rettung der Windmühle vom Aktionskreis Dorf Hiesfeld bis hin zum heutigen Mühlenverein. Mit dem "begnadeten Spendensammler" Kurt Altena und seiner ansteckenden Begeisterungsfähigkeit verband sie Heimatliebe, Beharrlichkeit, Bürgersinn und ehrenamtliches Engagement. Auch Franz-Josef Kniola - Präsident der NRW-Stiftung - gratulierte zu diesem Ereignis, Kurt Altena habe keinen Behördengang gescheut, um nach Sponsoren zu suchen. NRW sei mit über 400 Mühlen ein Land der geflügelten Orte. Dass die schöne Hiesfelder Windmühle jetzt wieder mahlt und zugänglich ist, werde bestimmt auch die vielen Schulklassen freuen zur Anschauung des Weges vom Korn zum Brot.

Einladungsplakat

Info-Text

Das ist das Originalplakat als Einladung für die Öffentlichkeit. Sponsor der Veranstaltung waren die Stadtwerke Dinslaken (und Fernwärmeversorgung Niederrhein). Der Tag war gut gewählt: Es war gleichzeitig der (inzwischen) europäische Denkmalstag, an dem die Öffentlichkeit Gelegenheit haben soll, sich mit den historischen Gebäuden durch Zugang zu beschäftigen. Die steilen Treppen machen einen Besuch in der Mühle nicht zum "Spaziergang". Hohe Sicherheitsanforderungen sind auch beim Betrieb der Flügel und des Mahlwerks zu beachten. Der Mühlenverein ist seit der Restaurierung sehr daran interessiert, dass Mitglieder aus dem Verein eine "Müller-Ausbildung" machen, um die Standards zu erfüllen. Eine solche Ausbildung erfordert aber viel Zeit und persönliches Engagement. Drehende Flügel bleiben also eher die Ausnahme. Für Schulklassen ist ein Besuch dennoch ein kleines Abenteuer. Andere Besuchergruppen entscheiden sich lieber für die Wassermühle und das angeschlossene Mühlenmuseum.

 

 

Fotos und Berichte aus den Lokalredaktionen

und Magazin NRW-Stiftung

NRZ   Rheinische Post 

Vorberichte: oldNews 2006

Kniola und Altena am Stiftungsschild

Ein Blick auf den Ansturm

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