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Deutscher Mühlentag - 28. Mai 2012
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Wird die Wassermühle abgerissen?
Am Pfingstmontag, 28. Mai 2012 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V. zusammen mit ihren Landes- und Regionalvereinen den diesjährigen Deutschen Mühlentag.

Die zentrale und offizielle Auftaktveranstaltung des diesjährigen Deutschen Mühlentages fand an der Bockwindmühle Kühnitzsch im sächsischen Kreis Leipzig statt. Schirmherr der Veranstaltung ist der dortige Landrat Dr. Gerhard Gey.

In allen Bundesländern luden wieder zahlreiche historische Mühlen, auch in Dinslaken-Hiesfeld (Windmühlen, Wassermühlen, Ross- bzw. Göpelmühlen, Motormühlen usw.) zu einem „Tag der offenen Tür“ ein, um der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung, Geschichte und Funktionen der „ältesten Kraftmaschine der Menschheit“ zu präsentieren. Zugleich kann die DGM in diesem Jahr auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken, das insbesondere im Rahmen der Jahreshauptversammlung vom 22. bis 24. Juni im westfälischen Mühlenkreis Minden-Lübbecke gefeiert wird.

Zweck des seit 1994 immer am Pfingstmontag stattfindenden Deutschen Mühlentages ist, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit auf diese technischen Denkmäler zu richten, deren Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Mühlen gelten als die ältesten Maschinen der Menschheit. Über 160 Anwendungsbereiche konnten für Mühlen bis heute nachgewiesen werden. Neben der Verarbeitung von Getreide dienten Mühlen u. a. dem Sägen von Holz, Pressen von Öl, Stampfen von Flachs (Bokemühle), Schöpfen bzw. Pumpen von Wasser, als Antrieb für Schmiedehämmer, zum Schleifen, zur Papierherstellung… Kurzum: Nahezu jede Maschine zur Ver- oder Bearbeitung von (Roh-)Stoffen nutze ursprünglich als Energiequelle die Naturkräfte Wasser oder Wind. Mühlen sind die (umweltfreundlichen!) Vorläufer unserer gesamten Technisierung.

Eine große Gefahr für Wassermühlen und Wasserkraftwerke stellt die momentane Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dar. Diese Richtlinie verfolgt das Ziel, die „lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer“ sicherzustellen, also die Entfernung sämtlicher „Querbauwerke“ in den Fließgewässern (dazu gehören vor allem historische, jahrhundertealte Stauwehre). Den alten Wassermühlen wird damit auf gesetzlicher Grundlage im sprichwörtlichen Sinne das Wasser abgegraben –für immer. Die DGM und ihre Landesverbände bemühen sich in Kooperation mit anderen Organisationen um Aufklärung der Wassermühlenbesitzer und möglichst geringe Auswirkungen der EU-Bürokratie auf unsere alten Kulturdenkmäler, zumal auch historische Wassermühlen in zunehmendem Maße der umweltfreundlichen Stromerzeugung dienen. In Zeiten eines (auch in der Politik) wieder wachsenden Interesses an Erneuerbaren Energien kann die behördliche Niederlegung und Vernichtung historischer Wasserkraftanlagen nur als kontraproduktiv bezeichnet werden. Die so genannte „Energiewende“ stellt deshalb eine neue Chance für die Erhaltung und Nutzung kleiner Wasserkräfte dar, zu der auch historische Wassermühlen gehören.

 

Anmerkung: Der Mühlenverein nimmt jedes Jahr am Deutschen Mühlentag teil. Einen besonderen Bericht als "Event" schreiben wir nur, wenn sich der offene Mühlentag mit etwas Besonderem auszeichnet. Die Sorge der DGM ist allerdings auch ein Grund für diese Seite. Dem Mühlenverein Dinslaken-Hiesfeld liegen aber bislang keine Erkenntnisse vor, die von einer Bedrohung durch regional zuständige Behörden ausgehen könnte. 
 

 
Photos: Renate Duscha
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