Mühlenverein Hiesfeld
die Geschichte von Haus Hiesfeld und der Wassermühle
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der Rotbach

das 20. Jahrhundert beginnt...

Antrag von Kampen Briefkopf

Im November 1907 stellt der Wassermühlen-Besitzer Johann Kampen einen weiteren Antrag an den Bürgermeister, diesmal allerdings an den von Hiesfeld. Sein Begehren ist der Bau einer Brücke über den Rotbach zwischen dem Backstein- und Fachwerkhaus auf seinem Grundstück. Durch das nächste Foto wissen wir, dass es nach 1907 aufgenommen wurde und das der Antrag genehmigt wurde. Der Grund für den Brückenbau ist auf dem Bild nicht ersichtlich, denn es gibt keinen Zugang in das Backsteinhaus.

Die Brücke und der Mann mit dem Hut

 Nur eine Vermutung: Der Mann mit dem Hut dürfte Johann Kampen sein

Briefkopf der Vereinigten Stahlwerke, Abteilung Bergbau

Das ist der Briefkopf des Unternehmens (wie er ab 1926 aussieht), dass die Wassermühle und die dazu gehörenden Grundstücke von Johann Kampen 19XX kauft. Wahrscheinlich erfolgte der Kauf zwischen 1912 und 1914 (wird noch recherchiert). Warum kauft ein Bergbau-Unternehmen eine Wassermühle und verpachtet diese an einen Müller? Dieses Unternehmen (lange Zeit einfach nur Hamborner Bergbau genannt) betreibt eine Zeche in Unterlohberg, ist an der Eingemeindung interessiert und kennt schon ein Problem, dass seit dem südlichen Ruhr-Bergbau Sorgen bereitet: Bergbausenkung. Je nach Verlauf der Kohleflöze (und deren Abbau) könnte eines Tages die notwendige Antriebskraft des Rotbachs verloren gehen. Tatsächlich treten erst vermehrt Überschwemmungen auf und in den 1980er Jahren kommt der Rotbach fast zum Stillstand. Ein Stausee vor der Mühle und eine Pump-Anlage danach, regulieren bei durchschnittlich 2,1% Gefälle den Verlauf des Rotbachs. Für einen kraftvollen Mühlenbetrieb reichen diese Maßnahmen allerdings nicht..., "aber die Hiesfelder müssen nicht mehr über Wasser gehen".

Infoplus zu Überschwemmungen

Zwischenbemerkung: Wer hinter dem Handeln des Hamborner Bergbaus nur negative Motive sieht, sollte einen späteren Schriftverkehr abwarten und wissen, dass es bemerkenswerte materielle und finanzielle Hilfen bei den Instandsetzungen von Wind- und Wassermühle ab 1950 gab.

Bild MilitärfriedhofDer 1. Weltkrieg (1914-1918) findet hier nicht nur Erwähnung weil er grausam, sondern auch folgenreich war. "Das Jahr 1923 war geprägt von verschiedenen teilweise eng miteinander verbundenen Krisenbereichen. Der Konflikt um die Reparationszahlungen des Deutschen Reiches gipfelte in der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen. Dagegen rief die deutsche Regierung den passiven Widerstand aus. Die Kosten des so genannten Ruhrkampfes heizten die Inflation noch einmal heftig an. Die deutsche Währung brach faktisch zusammen. Die Industriellen an Rhein und Ruhr, namentlich Hugo Stinnes, zeigten sich entschlossen, notfalls ohne Rücksicht auf die Reichsregierung mit Frankreich zu verhandeln" (Zitat aus WIKIPEDIA). Dinslaken war besetzt von belgischen Soldaten. Dieses führte auch zu Arbeitsniederlegung vor Ort. Die Stadt "beschäftigte" Zechenarbeiter beim Bau eines Freibades am Fischerbusch. Doch dieser Bau war mehr eine "Riesenbadewanne ohne Stöpsel". 1923/24 kam es dann zu einem richtigen Freibad...in Hiesfeld...mit einem Bademeisterhaus...direkt neben dem Backsteinbau der Wassermühle.

Die neue Besitzerin, der Hamborner Bergbau, verpachtete die Wassermühle an Josef Altebockwinkel

Bild Josef und Anna Altebockwinkel

hier schon im höheren Alter mit seiner Frau Anna, die aus Hohenlimburg kam. Er selbst war im westfälischen Freckenhorst geboren und hatte dort das Müllerhandwerk gelernt. Beide hatten drei Töchter: Erna (geb. 1899), Hedwig und Gertrud (geb. 1910). Gertrud heiratet Otto Krebber. Im Jahr 1932 bekommen sie eineTochter: Edith

1924: Die ANSTALT - die Badeanstalt oder wie man heute sagt: das Freibad in Hiesfeld. Nach den Erfahrungen im Fischerbusch wird es diesmal professionell gemacht. Ab 1932 kann man sogar mit der Straßenbahn bis zum Freibad fahren. Heute gibt es nur noch Fotos von dieser Form des öffentlichen Nahverkehrs.

Luftbild Freibad Hiesfeld Am Eingang
so groß war mal die Anstalt das Bad ist angerichtet
Sprungtum in früherer Zeit das Bademeisterhaus
erstmal vom "Einer" springen das Bademeisterhaus, direkt an der Mühle

Der erste Bademeister ist Paul Erdmann und wohnt im Bademeisterhaus direkt neben den Altebockwinkels: Tochter Hedwig heiratet den Paul. Sie haben auch eine Tochter, die allerdings im Alter von 14 Jahren an Diphtherie stirbt.

 
Die dritte Tochter des Müllerehepaars ist Erna. Sie heiratet und hat mit ihrem Mann Karl Kub auch eine Tochter: Hedi, geboren 1922.
 
Jürgen Grafen, langjähriger Ratsherr der SPD-Fraktion in Dinslaken und Mitglied im Mühlenverein Hiesfeld, regt im Herbst 2014 an, einen gemütlichen Nachmittag im Mühlenmuseum zu machen.
 
Es beginnt mit einem Anruf von Jürgen Grafen: „Tante Hedi ist nächste Woche bei Edith. Die beiden würden sich gerne noch mal das Haus ihrer Kindheit ansehen…“ - „Wer und was und wo?“ Edith Kniel (Jahrgang 1932) wohnt in Dinslaken und bekommt Besuch von ihrer Cousine Hedi Bohlmann (Jg.1922). Der Ort ihrer Kindheit: Die Wassermühle in Hiesfeld - Ihr gemeinsamer Großvater ist Josef Altebockwinkel, der letzte Müller in dieser Rotbachmühle. Und nebenbei merkt Jürgen an:"...Tante Gertrud war mit dem Bruder meiner Mutter verheiratet".
 
Edith und Hedi
 Edith und Hedi sind ein "Glücksfall" für die Aufschreibung der jüngeren Geschichte der Wassermühle.
 
2 Webseiten erzählen mehr:
 
Der Besuch der Enkelinnen
 
Video: Die Wassermühle im 20. Jh.
 
 
 
 "Der Opa (Josef Altebockwinkel) war ein fleissiger Mann, aber er sprach nicht viel...die Oma musste immer am 1. eines Monats zum Tausendfensterhaus nach Ruhrort fahren... mit dem Fahrrad, um die Pacht zu bezahlen... als der Opa den Unfall am Wasserrad hatte und seinen Arm verlor, da hat die Oma ihn mit der Schubkarre ins Dinslakener Krankenhaus gebracht... Onkel Paul half dabei, die letzten Aufträge zu erledigen... der Opa hatte einen Compagnon, der sich um die Bücher kümmerte... der hat wohl den Konkurs verursacht..."
 
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